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von klausjans.de

KURZPROSA zu Problemen mit dem Türschloss, ach nee, zur Hilfsbereitschaft von Menschen
Ein Text von Klaus Jans (2026)
DIE SCHLOSS-SCHLÜSSEL-STORY
-- Wenn nichts so richtig helfen will, auf Dauer. Ein Kopfschütteldings. --
KURZPROSA bzw. KURZTEXT
Also,
stellen Sie sich vor: Sie wohnen zur Miete. Der Vermieter lebt (mit
seiner Familie) im Haus nebenan. Sie kommen abends nach Hause, langer
Arbeitstag, 19:45 Uhr, aber das Schloss geht nicht. Irgendetwas
funktioniert nicht mehr – der Vermieter hatte aber einen tollen
Sicherheitsschlüssel und ein tolles Sicherheitsschloss einbauen lassen,
vor Monaten schon. Sie gehen also frustiert zum Vermieter, klingeln,
der macht auf. Sie schildern das Problem. Was macht der? Er antwortet:
"Herr Klümpers-Rottlacher, wir helfen Ihnen natürlich gern. Unser Sohn
ist 5 Jahre alt, Lukas, deshalb noch sehr klein. Der könnte durch das
geöffnete Wohnzimmerfenster in Ihre Wohnung gelangen und Ihnen dann
aufmachen." Tja, okay, ein Notfall. Also sagen Sie "Ja". Dann aber wird
es seltsam: "So können wir es fortan immer halten. Wenn Sie nach Hause
kommen, melden Sie sich bei uns, und wir senden unseren Lukas, der
klettert wieder durch das Fenster (welches im Übrigen fortan immer auf
Kipp stehen müsste) und öffnet Ihnen." -- "Und wenn ich abends spät
komme? 23:30 Uhr als Beispiel?" -- "Dann auch, immer. Ich denke, so
sind alle glücklich: Wir, Sie und der Lukas auch! Scheuen Sie sich
nicht zu klingeln oder anzurufen." Was würde man machen? Würden Sie,
werte Lesende, das Angebot annehmen? Sie müssten immer klingeln oder
mit dem Telefon ankündigen, dass Sie kommen. Bei der Famile des
Vermieters. Immer müsste Lukas dann seinerseits anwackeln, bei Wind und
Wetter. Ein Kind! 5 Jahre alt! Nachts würde man Lukas vielleicht sogar
wecken, seitens der Familie des Vermieters. Und die Familie würde man
als Mieter ja auch seinerseits zuvor zudem wecken (müssen). Also: Wäre
das eine dauerhafte Lösung, wenn das Schloss der Wohnungstür nicht mehr
funktioniert? Liebe Leser, und liebe Leserinnen, hat der Vermieter
namens Stotzköhlingen Ihnen denn so wirklich geholfen? Dauerhaft? Und
würden Sie diese Hilfe so wirklich auch annehmen? Für immer? Nein! Sie
würden vielleicht einmalig sagen: "Okay." Denn Sie wollen in Ihre
Wohnung. Aber danach (für alle späteren Momente) hoffen Sie auf eine
Problemlösung, eine grundsätzliche Lösung, die nur in einer Reparatur
des Türschlosses oder einer gänzlichen Erneuerung des Schlosses
bestehen kann. Eventuell muss man (also dann der Vermieter) einen noch
neueren Schlosstypus einbauen lassen. Ein Schloss, welches sich nicht
urplötzlich nicht mehr öffnen lässt.
Damit ist alles gesagt. Der Vermieter wollte "ja nur freundlich sein",
aber wenn man dieses Angebot als eine dauerhafte Improvisation
versteht, das dann sogar annimmt, ja, akzeptiert, dann wird das Leben
des Mieters, also von Ihnen, oh Leser, oh Leserin, also hier von einem
mal gedachten Herrn Klümpers-Rottlacher, ja vollständig eingebremst. Am
Ende würde dieser Mieter Klümpers-Rottlacher gar nicht mehr das Haus
verlassen, auch nicht verlassen wollen, weil er immer ein ungutes
Gefühl hinsichtlich der Rückkehr hätte. Wenn er nach Hause käme, müsste
er eine Kette von Tätigkeiten in Bewegung setzen, zuerst ein
Haustür-Klingeln oder ein Vorab-Anrufen. Danach: Der Sohn kommt, käme,
5 Jahre, Lukas, selbst nachts, selbst bei Dauerregen, selbst bei
Dauerfrost. Lukas würde zu allen Tages- und Nachtzeiten in Ihr Fenster
einsteigen. Also via Fenster in Ihre Wohnung. Dieses Fenster müsste
immer irgendwie geöffnet sein, auf Lukas-Größe irgendwie, selbst bei
Strumregen! Dann erst, nach dem Lukas-Einsatz, käme man in die
angemietete Wohnung. Das wäre natürlich ein unhaltbarer Vorgang!
Unhaltbar! Die Freiheit des Menschen ist beendet, zudem beginnt auch
eine Art von Kontrolle, weil die Vermieterfamilie natürlich zudem noch
auch die Uhrzeit mitbekommt, wann ihr Mieter abends (oder auch
tagsüber) nach Hause kommt. Nicht zu denken an Tage, wo man 3 oder 4
Mal das Haus verlässt, an einem Tag: a) Einkaufen b) zur Post c)
Spaziergang d) Besuch in einem Nachtlokal, Treffen mit Freunden. Nein,
das wäre nichts! So ginge es nicht! Also schlage uns auch niemand
solche halben Sachen vor!
KLAUS JANS
15.6.2026
12:02 Uhr MESZ bis 12:20 Uhr MESZ und 12:32 Uhr MESZ bis 12:37 Uhr MESZ, Königswinter.
EIN TEXT VON KLAUS JANS, Erstversion
15.6.2026.






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